Abholung vom Hafen Buenos Aires

Containerkran am Terminal 3Heute Donnerstag soll es endlich soweit sein, “Hermann” kann vom Hafen abgeholt werden. Insgesamt hatte das Schiff nun eine Verspätung von 6 Tagen, in Hamburg war es ja schon mit 3-tägiger Verspätung losgefahren. So ist nun es vorgestern Nacht hier in Buenos Aires eingelaufen und die Agentur Weber hat am Mittwoch begonnen den Papierkram zu erledigen. Gestern waren wir nur mal kurz dort um ein weiteres Formular zu unterschreiben.

Um 11:00 Uhr trafen wir bei der Agentur Weber ein da zur Abholung die letzten Papiere persönlich direkt am Hafen unterschrieben werden müssen. Pünktlich, und voller Vorfreude, waren wir dort und Rosa gab uns erstmal Kaffee und Plätzchen da Francisco noch im Hafen unterwegs war. Um 12:00 Uhr ging es dann wirklich los. Francisco kam uns lächelnd entgegen und begrüßte uns mit einem ” Auf geht’ s, alles ist klar” in seinem netten Akzent. Flugs sind wir in sein Auto und ab zur Zollbehörde in der Nähe des Hafen gefahren.

Dort konnte wir dann erleben wie die Beamten dort arbeiten… Alle Agenten schrieben die Formulare und Bücher selbst und derweil, falls überhaupt anwesend, guckten die Beamten Fernsehen… Francisco rannte dann schnell von einem Büro zum Nächsten um die notwendigen Unterschriften und Stempel zu besorgen. Dieses ging über 2 Stockwerke rauf und runter und dann war alles (nicht ganz wie sich später herausstellte) fertig.

Wieder ab ins Auto und eine kurze Fahrt zum Terminal 3. Dort gab Francisco die Papiere wieder an mehreren Schaltern ab. Wie auch schon beim Zoll vorher war zu beobachten, dass Francisco keine Schlange abwarten muss, er ging immer an allen vorbei direkt nach vorne und wurde dabei trotzdem von Allen immer sehr freundlich gegrüsst. Nach 27 Jahren der Agenturarbeit im Hafen von Buenos Aires sind da wohl viele (Zweck-)Freundschaften gebildet worden ;-)

Während all dem stand schon ein Auflieger-LKW, ein schnuckelig alter Mercedes Rundhauber, für uns vor dem Terminal bereit um alsbald unseren Container aus dem Hafengelände zu holen. Es fehlte auf einmal doch noch eine Bearbeitungsnummer und eine weitere Fahrt zum Zoll wurde notwendig. Mittlerweile war es dann schon 15:00 Uhr und wir fuhren auf einen kleinen Happen zum Terminal 4 da es dort ein kleines Snack-Restaurant gibt.

Frisch gestärkt war dann auf einmal Eile angesagt da die “Verificacion” anstand. Dabei wird der Container noch im Hafen, aber schon auf unserem LKW, kurz geöffnet und dabei erstmalig die in Hamburg angebrachte Plombe zerschnitten. Wir mussten reinschauen um zu überprüfen ob die gewünschte Ladung drin ist und die gelangweilten Zöllner warfen auch einen (oder besser gesagt keinen) Blick drauf.

Verification - Ist das drin was drin sein soll?Verification - Ist das drin was drin sein soll?

Ab geht er nochmal zum Entladen in La BocaRuckzuck wurde der Container wieder verschlossen und ab ging der LKW aus dem Hafengelände raus. Der finale Akt war nun die Fahrt zum Stadtteil La Boca wo unser Container dann entladen wurde. Zwei Gabelstapler, wobei mir einer davon viel zu klein für so eine Last erschien, hievten den Container vom Auflieger und die Containertore öffneten sich ein zweites Mal für den finalen Roll-Out.

Ankunft in La BocaZwei Gabelstapler stehen bereit

Roll-Out - Die Batterie ist leerStarthilfe war nötig

Links kein Platz mehr, rechts so um die 40 cmUnd das im wahrsten Sinne des Wortes denn die Batterie von “Hermann” hatte sich in den 5 Wochen komplett entladen. Nach Starthilfe eines Ford Fiestas erwachte “Hermann” wieder zum Leben und wir durften endlich unser zukünftiges Heim in Gang setzen!

Ängstlich? Ach was!Mittlerweile war es damit dann knapp 17:00 Uhr geworden und trotzdem war der Tag noch lange nicht vorbei. Die erste Fahrt führte uns nochmal zur Agentur Weber um die letztendliche Abrechnung zu machen. Vorab bezahlt man dort ja pauschal “Circa-Preise” da sich die Gebühren für Grimaldi, Zoll, Hafen, lokale Spedition und das unvermeidliche Schmiergeld wohl täglich ändern. Die Endabrechnung fiel sehr positiv für uns aus da wir umgerechnet fast 200 Euro zurückbekamen. Damit lag der Endpreis der ganzen Hafenabholaktion um die 1400 US-Dollar.

Nun wollten wir nur noch schnell zurück ins Hostel um unsere letzte Nacht unter festem Dach zu verbringen. Aber die knapp 10km Fahrt haben leider erwartungsgemäß die Starterbatterie nicht wieder genug aufgeladen für einen weiteren Startvorgang. Ausser einem leisem “Klock” war “Hermann” erneut nichts zu entlocken. So standen wir inmitten von Buenos Aires mit einem toten Bus! Mit meinen nicht vorhandenen Spanisch-Kenntnissen konnte ich trotzdem dem Wärter eines nahegelegenen Parkhaus klarmachen das ich ein Starthilfekabel brauche. Mit diesem in der Hand hielt ich den nächsten Ausfahrenden an und dieser war auch bereit mitzubekommen um mir Starthilfe zu geben. Sehr freundlich und hilfsbereit sind hier alle Argentinier, das muss ich sehr betonen!

Die Starthilfe schlug aber zu meinem totalen Erschrecken fehl. Trotz Fremdspeisung war unserem “Hermann” nur ein müdes Anlasserdrehen zu entlocken und an ein Anspringen war nicht zu denken. Also “entliess” ich den hilfsbereiten Argentinier und wir standen immer noch festgenagelt mitten in der Stadt. Nun ging ich zurück zur Agentur Weber und fand erneut Hilfe bei Francisco. Er holte sein Auto, das Kabel hatte ich ja noch vom Parkhaus, und er gab uns erneut Starthilfe und nach endlos langen 10 Minuten Fremdladen war “Hermann” wieder willig zu starten.

Franscisco gab mir zur Sicherheit noch seine Handynummer falls wir erneut auf der Fahrt zum Hostel stehen bleiben sollten. Aber es ging alles glatt und so gegen 20:00 Uhr, “Hermann” war mittlerweile auf einem bewachten Parkplatz in der Nähe des Hostels sicher abgestellt, waren wir wieder daheim im Hostel.

Nun wurde nur noch angestossen auf den den heutigen Tag und mit Pedro das ein und andere Abschiedsbier getrunken… Gute Nacht!

Abholungserfolgsbier mit PedroDanke Pedro für die schönen Lieder!

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4 Antworten auf Abholung vom Hafen Buenos Aires

  1. Biggi sagt:

    Hallo ihr Beiden,
    ich glaube es ja nicht… den Hermann perfekt umgerüstet: Ausstattung, Stollenreifen und und und aber kein Starthilfekabel auf der Liste stehen gehabt??!!! Oh, oh, oh…. :0
    Da helfen auch die steril mitgenommenen Injektionsnadeln nicht , wenn der Bus schlapp macht ;)
    Nichts für ungut. Ich hoffe, ihr habt bis jetzt sonst nichts vergessen!
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Arndt sagt:

      Hallo Biggi!

      Ja das mit dem Starthilfekabel ist echt so’n Ding. Ich hab es dreimal in den Händen gehabt und dann doch wieder zurück in die Garage gelegt :-( Aber sonst haben wir bisher noch nichts weiter an Equipment vermisst, wird hoffentlich weiter alles gutgehen ;-)

  2. ABSin sagt:

    Hallo Ihr 2,

    da muss ich Biggi schon recht geben.

    Wie ich das mit dem Starthilfekabel gelesen habe, ist mir gleich wieder die Sardinien Story eingefallen. Immer schoen tanken und nicht auf die guenstigeste Tankstellen hoffen. Das kann ins Auge gehen. Muss aber nicht. ;-)

    Liebe Gruesse aus dem herbstlichen Nuernberg
    ABS

    • Arndt sagt:

      Hallo ABS!

      Wie damals in Sardinien schon beim Audi spinnt auch jetzt die Tankuhr vom Bus und zeigt uns falsche Werte an! Bei “halbvoll” sind nur noch echte 20 Liter drin statt, wie normal wäre, noch 40 Liter. Ich tanke im Moment nur noch nach der Kilometeranzeige und glaub der Tankanzeige nicht mehr. Denn hier sind Menschen mit leeren 5 Liter Vino-Glasflaschen und Tankstellen noch viel viel seltener als auf Sardinien ;-)

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