Abschied von Buenos Aires

Die Tour kann starten!

Gardenhouse HostelWir möchten uns bei Adrian, Tatiana, Pedro und “Mister Nightshift” vom Gardenhouse-Hostel-Team bedanken für die schöne und gemütliche Zeit die wir mit Euch verbringen konnten. Ihr habt so sehr mit uns gefiebert das unser VW Bus endlich in Buenos Aires ankommt. Und ein ganz besonders lieber Gruß geht an Pedro für seine Hilfe! Pedro war vor etlichen Jahren für ein ganzes Jahr Austauschschüler in Göttingen und hat gute Erinnerungen an die Zeit. Eine kleine Anekdote dazu: Also wir Pedro zuhause in seinem Appartement besuchten, sahen wir eine leere Flasche “Weißenhoher Klosterbier” in seinem Regal stehen. Wir konnten ihm dann direkt ein Foto des Klosters auf unserem Laptop zeigen welches wir mal dort auf eine Radtour gemacht haben… So klein ist die Welt!

Mietparkplatz für eine NachtUnd nicht zu vergessen ist natürlich Adrians’ Ford Escort zu danken, denn dieser ermöglichte das erneute Wiederbeleben von “Hermann” an diesem Morgen! Natürlich war dessen Starterbatterie immer noch zu müde um den Motor starten zu können. Pedro kam auch extra früher aus der Universität um “Hermann” auch mal live zu sehen. So entstanden auch die folgend klassisch traurig-schönen Abschiedsbilder auf dem wild-romantischen Parkplatz:

Abschied von PedroAbschied von Pedro

Und wie war der Einstieg in das “On the Road again”? Natürlich fährt ein Arndt nicht die gemütliche Stadtautobahn um schnell aus Buenos Aires rauszukommen wenn es hier doch die breiteste Avenida der Welt gibt ;-) 8 Spuren (davon aber immer 2 bis 3 Spuren baulich abgetrennt von den anderen 6 bis 5 Spuren) in jede Richtung und Freitagsverkehr, da muss man doch mitten rein! Und Spaß hat es gemacht, obwohl da Istanbul, Paris, Rom, oder auch Berlin, verkehrsmäßig rüpelhafter sind als hier Buenos Aires. Sehr nett zwar irgendwie, aber fast schon wieder zu langweilig.

Avenue 9 de Julio - Leichter Stoff zum EinstiegAvenue 9 de Julio - Leichter Stoff zum Einstieg

Erstes Rindvieh...Einmal raus aus Buenos Aires kommt man Richtung Norden recht schnell ins flache Weideland und Ruhe kehrt ein. Ruhe fürs Auge, Ruhe für das aufgeregte Entdeckerherz und das gemütliche Zockeln mit 80km/h auf der Landstrasse lässt einen schnell entspannen.

Oooohm, die Entspannung, oooohm, so ruhig, bis die erste Polizeikontrolle einen rauswinkt nach gerade erst gefahrenen 90km. Ein Wortschwall auf Spanisch kommt einem entgegen und man hält einfach mal den Internationalen Führerschein und Internationalen KFZ-Zulassungschein hin und beobachtet was passiert. Man merkt schnell, daß der Polizist damit zwar nichts anzufangen weiß, aber anmerken will er sich das nicht wirklich lassen. Also schiebt man noch das argentinische Formular der “Declaracion Jurada Admision Temporaria Vehiculos De Turistas” nach und er ist sichtbar froh was Bekanntes in den Händen zu halten. Alles ist ok und wir dürfen weiterfahren. Das ich den Motor nicht ausmachte während der Kontrolle wurde nicht bemängelt, ich hatte massiv Angst das die Batterie immer noch nicht voll genug ist wieder starten zu können nach sowenig Kilometern…

Oooohm, die Entspannung, oooohm, so ruhig, bis die zweite Polizeikontrolle einen rauswinkt nach nun gefahrenen 210km. Derselbe Wortschwall und dieselbe Taktik meinerseits ist diesmal aber leider nicht so erfolgreich. Weil er bemängelte mit ernster Miene das ich am helligen Tag nur mit Standlicht fahre anstatt mit Abbendlicht. “Luz de Noche” hörte sich für mich zwar mehr nach einem Puff an als nach “Abblendlicht”, aber ich hab’s ja trotzdem verstanden ;-)

Den Gedanken ihm jetzt zu erklären, daß ich nur deswegen mit Standlicht fahre um Strom zu sparen verwarf ich schnell. Ich hatte zwar im Geiste schöne Bilder im Kopf, die eine keuchende Lichtmaschine zeigen die sich momentan abkämpft zwei völlig entleerte Batterien irgendwie wieder ein bißchen Saft einzuhauchen, aber irgendwie gelang es mir nicht diese Bilder in die spanische Sprache zu übersetzen… (Ich erwähnte schon das keiner von uns Spanisch kann, oder?)

Also hieß es mitkommen in den am Strassenrand aufgestellten Bürocontainer um der kommenden Strafe einen würdigen Rahmen zu geben, sowas macht man ja auch nicht einfach so durchs Autofenster zu dem er sogar raufblicken muss! Meine letzte Erklärungschance verran, als dem Polizisten selbst jetzt nicht störte, daß ich immer noch den Motor laufen ließ obwohl ich ausstieg um ihm zu folgen…

Was nun kam war dann fast höhere Mathematik, die internationale Sprache die jeder versteht! Die Strafe sollte sein: “300 mal den aktuellen Spritpreis für einen Liter Superbenzin minus 25%”. Das machte dann 875 ARS, umgerechnet sind das für Touristen doch lächerliche 175 Euro, das geht doch nun wirklich für eine “nicht so hell erleuchtete Nacht im Puff” :-( Gut, nun mußte mein ganzes Spanisch ran und mein, mit weinerlichen Blick, hingestöhntes “primero dia en Argentina” sollte den Polizisten erweichen… Und? Es hat geklappt! Eine Nachfrage beim höheren Kappo lässt die Strafe doch wahrhaftig auf 0 Peso sinken. Schwein gehabt!

Den Rest des ersten Tages “on tour” erzähl ich dann morgen…

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