Laguna Ibera

Reserva Natural del IberaUnser nächstes Ziel war die Laguna Ibera im Entre Rios. Auch hier unterschätzen wir die machbare Entfernung und so brauchten wir 2 Etappen bis dorthin. Dies liegt aber größtenteils an den letzten 120 Kilometer, von Mercedes bis zum Ort Carlos Pellegrini an der Laguna Ibera, die nur noch Schotterpiste sind. Zwar sind dort aktive Straßenbauarbeiten auf den ersten Kilometern zugange, aber das wird wohl noch Jahre dauern bis die Strecke mal asphaltiert sein wird.

Eins von ca. 25 Häusern auf 120km StreckeAber auch davon ließen wir uns nicht abschrecken da wir dies schon im Vorfeld wussten. So kamen wir zu unserem ersten Wildcampen neben dieser Schotterstrecke auf der kaum jemand unterwegs ist. Gerade mal 30 Meter neben der Piste schlugen wir mitten auf dem flachen Land, ohne blickschützenden Baumbewuchs, unser Lager auf. Morgens wurden wir belohnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang der uns die müden Schlafaugen öffnete. Mich hatte seit gestern ein leichter Durchfall erwischt, einen Tag später folgte dann Renate mit denselben Problemen.

Sonnenaufgang beim Wildcampen

Trockene Weiden und immer wieder WasserflächenDie einsame Weiterfahrt am zweiten Tag, mit gerade mal so knapp 35km/h Durchschnittsgeschwindigkeit inklusive der Fotostopps, brachte uns dann immer weiter in das kaum bewohnte Gebiet. Endlos erscheinend flaches Land, welches nur manchmal durch kleine flache Tümpeln unterbrochen wurde, begleitete unsere Fahrt. In diesen Tümpeln standen häufig die Rinder, oder gelegentlich auch freilaufende Pferde, bis zum Bauch im Wasser und grasten die Schwimmpflanzen ab. Je näher wir der eigentlichen Lagune kamen häuften sich auch andere Tiere als die überall präsenten Rinder die hier unendlich viel Platz zum Grasen auf dem kargen Land haben.

Das erste lebende Wasserschwein am WegesrandIm weiteren Verlauf diente ein frisch vom Auto überfahrenes Wasserschwein den Greifvögeln als saftiges Frühstück und im Wassergraben am Rand der Strasse entdeckten wir die ersten Krokodile. Als dann auch noch ein Wasserhirsch uns neugierig beäugte, und wir die ersten Nandus (südamerikanischer Straußenvogel) mal näher vor die Linse bekamen, war die Freude groß.

Totes Wasserschwein dient Vögeln als FrühstückKrokodil am Strassenrand

WasserhirschDie ersten Nandus in Reichweite

Auf dem Damm des Reserva Natural del IberaUnd plötzlich wurde die Strasse zu einem Damm und die Lagune war erreicht. Über eine Holz-Stahl-Brücke überquerten wir einen Nebenarm der Laguna und erreichten Carlos Pellegrini. Es wehte ein kräftiger Wind und das Wasser war richtig kabbelig wie an der Nordsee. Die Lagune ist riesig obwohl man hier nur einen kleinen Teil direkt übersehen kann.

Camping IberaAm Ortsausgang links geht es zum wunderschön hergerichteten Campingplatz. Dieser bietet pro zwei Stellplätzen einen kleinen strohgedeckte Unterstand mit Grill, Sitzplätzen, Wäscheleine und sogar Wasseranschluss. Abends wird, auf Anfrage, der holzbefeuerte Wasserboiler angeworfen damit man warmes Wasser zum Duschen hat. Wie schon bisher auch, waren wir bis auf ein argentinisches Pärchen mit Zelt auch hier wieder fast alleine zu Gast.

Erst später erfuhren wir, daß dieser exzellente Campingplatz ein “Geschenk” eines reichen US-Amerikaners an die Gemeinde war, als Gegenleistung dafür das er riesige Flächen im diesem Gebiet kaufen konnte. Der massive Landkauf durch reiche Ausländer, größtenteils US-Amerikaner aber auch Asiaten, auf der dann intensive Rinderzucht betrieben wird, wird für die Einheimischen hier langsam zum Problem.

Reserva Natural del IberaAm nächsten Tag, der fast windstill war und damit der erste warme Tag wurde, machten wir eine kurze Wanderung entlang des Lagunenufers und konnten dort durch niedrigen “Urwald” laufen. Alle Bäume waren über und über mit anderen Pflanzen bewachsen, von Orchideen, Kakteen, Bromelien und dutzende verschiedener Arten von Schlingpflanzen. Die auch noch vorhanden Baumaffen haben sich aber gut vor uns versteckt und so haben wir leider keine gesehen. Das wir keine Anacondas getroffen haben war uns hingegen aber ganz recht, ich weiß nicht ob ich solch ein Foto nicht eh verwackelt hätte ;-)

Reserva Natural del IberaWasserschwein - Pflanzenfressendes Nagetier

Reserva Natural del IberaReserva Natural del Ibera

Laufvogel Typ "Schwarzes Leitwerk"In der zweiten Nacht kam dann sehr starker heißer Nordwind und brachte für uns gefühlte tropische 19 Grad sogar in der Nacht. Morgens um 4:00 Uhr blies der Wind so stark das wir uns sogar entschlossen aufzustehen um unser Sonnensegel einzuholen da es uns zu wild im Wind schlug. Das war wohl eine weise Entscheidung denn eine halbe Stunde später hat es den neben uns stehenden Argentiniern das Zelt weggeblasen. Eiligst steckten sie alles Hab und Gut ins Auto. Wir sprachen noch mit Ihnen aber sie hatten sich gerade entschlossen mitten in der Nacht abzureisen. Selbst beim Frühstück um 8:00 war der heiße Wind immer noch sehr stark und auch wir machten uns langsam bereit weiterzuziehen…

Route

Dieser Beitrag wurde unter Argentinien, Südamerika... veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>